WikiLeaks-Gründer: Assanges Talkshow läuft bei russischem Sender

25.01.2012

WikiLeaks-Gründer Julian Assange will Polit-Talker werden. In einer halbstündigen Talkshow will der umstrittene Enthüller je einen Gast befragen. Laufen soll das Format beim russischen Nachrichtensender RT (Russia Today). Assange steht derzeit unter Hausarrest.

Julian Assange: Talkshowhost unter Hausarrest

Moskau – In Assanges Talksendung sollen “Bilderstürmer, Visionäre und mächtige Insider” befragt werden, teilte Russia Today (RT) am Mittwoch mit. Mit ihnen wolle Assange über “die Welt von morgen” sprechen. Assange selbst betrachtet sich als Pionier einer neuen, transparenteren Medienlandschaft und als “Opfer politischer Repression”. Die RT-Chefredakteurin äußerte sich via Twitter begeistert über die Zusammenarbeit: “Die erste TV-Show von Julian Assange läuft bei UNS!!!”

Der 40-jährige Australier steht derzeit in Großbritannien unter Hausarrest. Ihm wird vorgeworfen, in Schweden zwei Frauen sexuell genötigt zu haben. Gegen die Auslieferung an die schwedische Justiz hat Assange Rechtsmittel eingelegt, am 1. Februar soll endgültig darüber entschieden werden, ob dem Auslieferungsantrag entsprochen wird oder nicht.

RT teilte nun mit, die Sendung werde dort aufgezeichnet, wo Assange unter Hausarrest steht. Die erste Folge der Talkshow werde in der Woche vor Assange Anhörung vor dem Supreme Court, dem obersten Gerichtshof Großbritanniens, aufgezeichnet. Welche Gäste Assange in der Produktion befragen will, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Russia Today ist eine russiche TV-Sendergruppe, die von der Grundkonzeption an US-Nachrichtenkanäle wie CNN erinnert. Das Programm wird weltweit und in diversen Sprachen über Kabel und Satellit ausgeliefert. RT gehört der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Oppositionelle und unabhängige Medien werfen den russischen Staatskanälen immer wieder allzu große Nähe zum Kreml vor.

cis

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811270,00.html

 

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