Mutmaßlicher Wikileaks-Informant muss sich Anklage stellen

Donnerstag, 23.02.2012, 15:19

Im Militärverfahren gegen den mutmaßlichen Informanten der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks, Bradley Manning, rückt der eigentliche Prozess immer näher.

Auf dem Militärstützpunkt Fort Meade (US-Staat Maryland) sollte am Donnerstag die Anklage gegen den 24-Jährigen verlesen werden. Dabei soll Manning erklären, ob er sich schuldig bekennt oder nicht.

Außerdem wurde erwartet, dass auch ein Termin für den Beginn des mit Spannung erwarteten Prozesses bekanntgegeben wird. Im Falle einer Verurteilung droht dem Obergefreiten eine lebenslange Haftstrafe.

Dem Ex-Soldaten wird neben zahlreichen anderen Anklagepunkten auch das Kapitalverbrechen „Unterstützung des Feindes“ angelastet. Wikileaks hatte 2010 und 2011 detaillierte Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie unzählige Diplomatendepeschen im Internet veröffentlicht. US-Medien sprachen vom schwersten Fall von Geheimnisverrat in der amerikanischen Geschichte.

Bei einer Anhörung im Dezember hatte die Verteidigung bereits zur Milde aufgerufen. Durch die Enthüllungen sei kein Schaden entstanden. 30 Jahre Haft für Manning seien daher angemessen. Dagegen hatte die Anklage den Standpunkt vertreten, es gebe erdrückende Beweise, dass der ehemalige Geheimdienst-Analyst während seines Einsatzes im Irak „konstant, bewusst und methodisch“ interne Dokumente aus regierungseigenen US-Computern gezogen habe.

dpa

http://www.focus.de/digital/computer/justiz-mutmasslicher-wikileaks-informant-muss-sich-anklage-stellen_aid_717106.html

 

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