FoWL: WikiLeaks gründet eigenes Soziales Netzwerk

Annika Kremer am Sonntag, 18.12.2011 03:42 Uhr

Die Whistleblowing-Website WikiLeaks eröffnete am gestrigen Samstag nach mehrfacher Vorankündigung ihr eigenes Soziales Netzwerk. Dieses ist speziell für Aktivisten und WikiLeaks-Unterstützer konzipiert und trägt den Namen “Friends of WikiLeaks”, kurz “FoWL”. Das Netzwerk verfügt offenbar über eine Art “Zellenstruktur”, wie sie in ähnlicher Form bei Widerstandsgruppen zu finden sein könnte.
Das Netzwerk befindet sich derzeit im Beta-Stadium. Es handelt sich allerdings um eine offene Beta, das heißt, jeder Interessierte kann dem Netzwerk bereits beitreten. Allerdings werden Nutzer zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht miteinander vernetzt, wie es später durch das in einer Art “Zellenstruktur” organisierte Freundes-System geschehen soll.

FoWL ist laut eigener Beschreibung “ein Netzwerk von Menschen aus aller Welt, die WikiLeaks, seine Leute, seine mutmaßlichen Quellen und seine Mission verteidigen”. FoWL unterstützt WikiLeaks sowie dessen Partner und Unterstützer “öffentlich und im privaten”. In dem sozialen Netzwerk, so wird versprochen, können WikiLeaks-Sympathisanten “neue Freunde und neue Verbündete finden, sich für geschätzte Werte einsetzen und für ein gemeinsames Anliegen kämpfen”. Bei FoWL, so die Hoffnung der Betreiber, sollen sich Personen mit “gemeinsamen Überzeugungen und Zielen” treffen und zu “einem starken und widerstandsfähigen Netzwerk” verbinden.

Die Nutzer von FoWL sollen einen Beitrag zur Mission von WikiLeaks leisten. Teil des Tagesgeschäfts der Website sind sie aber ausdrücklich nicht. Wie betont wird, sind FoWL-Nutzer nicht am Einreichen sensibler Dokumente beteiligt und handhaben keine Geheiminformationen. Es geht vielmehr um die Unterstützung von WikiLeaks, um Presse- und Aufklärungsarbeit, Finanzierungskampagnen, das Organisieren von Demonstrationen und ähnliche Aufgaben. Auch andere Organisationen und Projekte, die ähnliche Werte und Zielsetzungen wie WikiLeaks vertreten, soll FoWL unterstützen.

FoWL hat einerseits das Ziel, Personen aus derselben geographischen Region zusammen zu bringen. Andererseits sollen WikiLeaks-Sympathisanten weltweit vernetzt werden. Deswegen hat jeder Nutzer des Social Networks sechs Freunde aus seiner näheren Umgebung sowie sechs aus aller Welt (die allerdings, wenn gewünscht, alle eine bestimmte Sprache sprechen). Jeder Nutzer hat genau zwölf Freunde und nicht, wie in herkömmlichen Sozialen Netzwerken, beliebig viele. Dadurch entsteht eine Art Zellenstruktur. Die Freunde werden vom System automatisch ausgewählt. Der Nutzer hat allerdings die Möglichkeit, inaktive Freunde von der Liste zu löschen und durch aktive Nutzer zu ersetzen. Wer FoWL beitreten will, muss neben E-Mail-Adresse, Sprachen und geographischer Region auch eine kurze Beschreibung verfassen, in der er – soweit er dies mit seinem Bedürfnis nach Geheimhaltung vereinbaren kann – seine “Überzeugungen, Fähigkeiten und Erfahrungen” erläutert. Diese Beschreibung können die Personen auf der Freundesliste des Nutzers einsehen.

http://www.gulli.com/news/17725-fowl-wikileaks-gruendet-eigenes-soziales-netzwerk-2011-12-18

 

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