Deutsche Übersetzung: Julian Assanges erstes Interview aus der ecuadorianischen Botschaft

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2012-06-21 Transskript: Julian Assanges erstes Interview aus der ecuadorianischen Botschaft
« am: Heute um 12:45:08 AM »
Vorgelegt von m_cetera am Donnerstag, 21.06.2012 – 23:00
Julian Assange Interview auf ABC Radio National Breakfast, 21. Juni 2012. Das ist sein erstes Interview seit er um politisches Asyl in Ecuador angesucht hat. Zum Zeitpunkt dieses Interviews befindet sich Mr. Assange seit drei Tagen in der ecuadorianischen Botschaft. Eine vollständige Tonaufzeichnung ist auf der ABC Radio Webseite erhältlich.
Fran Kelly: Und gehen wir direkt nach Großbritannien wo Julian Assange im Begriff ist, die dritte Nacht versteckt in der ecuadorianischen Botschaft in London zu verbringen, während er auf eine Entscheidung über seinen Antrag auf politisches Asyl in Ecuador wartet. Der 40 Jahre alte Australier betrat am Dienstag die Botschaft mit einem dramatischen Ansuchen, um eine Auslieferung nach Schweden zwecks Befragung über Anschuldigungen der sexuellen Nötigung zu vermeiden. Selbst wenn ihm Asyl in Ecuador genehmigt wird, so sagt die britische Polizei, wird sie ihn verhaften, sobald er einen Fuß aus der Botschaft setzt, da sie ihn beschuldigt, seine Kautionsauflagen verletzt zu haben. Julian Assange gesellt sich jetzt zu uns, live aus der ecuadorianischen Botschaft in London. Julian, willkommen zurück bei RN Breakfast.
Julian Assange: Hallo, Fran. Schön, bei Ihnen zu sein.
Fran Kelly: Julian Assange, warum sind Sie in die ecuadorianische Botschaft gegangen?
Julian Assange: Nun, ich habe gerade Ihre Werbung bemerkt, Fran, Sie sagten „dramatisches Ansuchen, um irgendetwas zu tun bezüglich der schwedischen“…
Fran Kelly: Um eine Auslieferung zwecks Befragung nach Schweden zu vermeiden?
Julian Assange: Ja, und das ist…ich weiß nicht, wo Sie das herhaben. Wir haben nie gesagt, dass das der Fall ist, und das ist einfach nicht der Fall. Das Problem ist, es geht um eine sehr ernste Angelegenheit in den Vereinigten Staaten und es wurde von den Schweden und der schwedischen Regierung bekanntgegeben, dass ich in Schweden ohne Anklage inhaftiert werde, direkt nach der Auslieferung. Sie haben versucht, die 14 Tage zu annullieren, die ich hier hatte, um anzufragen, gegen die Angelegenheit beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Berufung einzulegen. Meine Gelegenheit, meine Asylrechte in den Vereinigten Staaten geltend zu machen war also am Ende. Und das ist keine Angelegenheit von weiterer Auslieferung von Schweden in die Vereinigten Staaten. Die Situation hier in Großbritannien ist für mich sehr, und war sehr heikel. Und die Weigerung der schwedischen Staatsanwältin führte zu technischen…die Weigerung der schwedischen Staatsanwältin, im Laufe der letzten 18 Monate nach Großbritannien zu kommen, obwohl das eine absolut normale Prozedur ist, und ihre Weigerung, das auf irgendeine Weise dem britischen Gericht zu erklären haben mich in Großbritannien gefangen gehalten, während die Vereinigten Staaten eine Anklage gegen mich vorbereiteten. Wir haben jetzt die Information, öffentlich zugänglich („public record“), dass die FBI Akte in Vorbereitung auf die Anklage jetzt 48,135 Seiten umfasst.
Fran Kelly: Okay, lassen Sie uns das ein wenig analysieren, einfach im Namen kompletter Genauigkeit, Julian. Ja, ich habe gesagt, dass Sie um politisches Asyl in Ecuador angesucht haben, um eine Auslieferung zu vermeiden. Was Sie sagen ist, Sie haben es getan, weil die schwedische Regierung versucht hatte, Ihre ohnehin schon geschmälerte Freiheit, wie sie es dort in Großbritannien ist, zu beschneiden, aber Sie sind nicht bereit, nach Schweden zu gehen, unter den Bedingungen, unter denen Sie dort festgehalten werden würden, wie Sie glauben. Ist es das, was Sie sagen?
Julian Assange: Das ist richtig. Meine Fähigkeit, ein Recht auf Asyl geltend zu machen wäre am Ende, und sogar die Möglichkeit, Rechte auf Einspruch geltend zu machen wäre quasi am Ende, weil die Schweden öffentlich bekanntgegeben habe, dass sie mich festhalten würden, im Gefängnis, ohne Anklage, während sie ihre sogenannten Ermittlungen fortsetzen, ohne Anklage. Wir hatten also gehört, dass die Ecuadorianer in Bezug auf meine Anstrengungen und die Anstrengungen der Organisation innerhalb der Vereinigten Staaten mitfühlend sind. Und die Fähigkeit, diese Option wahrzunehmen war quasi am Ende und wir erhielten die überraschende Nachricht, dass die britische Staatsanwaltschaft („Crown Prosecution Service“) hier plötzlich Einwände gegen die 14 Tage erhob, die wir haben sollten, um einen EU-Einspruch einzureichen, und Null forderte.
Fran Kelly: Okay, ich werde auf diese größeren Probleme zurückkommen, aber so kurzfristig denke ich, dass die Leute sehr daran interessiert sind, welche Hinweise Sie von den Ecuadorianern dort bekommen bezüglich des Erfolgs dieses Antrags auf politisches Asyl.
Julian Assange: Nun, die ecuadorianischen Menschen sind ziemlich unterstützend gewesen; ich habe gesehen, dass der ecuadorianische Botschafter in Australien unterstützende Kommentare abgab. Ecuador hat damals, 2010, vorgeschlagen dass ich vielleicht nach Ecuador kommen und dort einen Wohnsitz bekommen sollte. Sie sind also über eine lange Zeit hinweg mitfühlend. Wir hoffen also, dass der Asylantrag wohlwollend geprüft werden wird. Jetzt geht es darum, angeblich irgendwie umfangreiche Beweise dafür zu sammeln, was in den USA passiert ist und diese mit einem formellen Ansuchen um Asyl einzureichen. Da sind Ecuadorianer außerhalb der Botschaft, zusammen mit Londonern, die auf der Straße protestieren und verlangen, dass Ecuador den Asylantrag akzeptiert.
Fran Kelly: Haben Sie irgendeine Angabe über den Zeitablauf des ganzen bekommen?
Julian Assange: Wir haben keine Angabe über den Zeitablauf.
Fran Kelly: Als das passierte hat es viele Menschen überrascht, inklusive viele Ihrer eigenen Unterstützer, und ich glaube, für viele Leute hat es Sie schuldiger aussehen lassen, es hat Sie aussehen lassen, als seien Sie auf der Flucht, verzweifelt [darum bemüht], eine Befragung über diese Anschuldigungen der sexuellen Nötigung zu vermeiden.
Julian Assange: Nun, die schwedische Staatsanwältin, wenn die Absicht wirklich darin besteht, mit den technischen Anforderungen dieses Falls fortzufahren, dann ist sie vollständig dazu berechtigt, in die Botschaft zu kommen, die Ecuadorianer haben gesagt, sie könne in die Botschaft kommen, sie könnte zum Telefon greifen, so wie sie die ganzen letzten 18 Monate zum Telefon hätte greifen können, wenn es wirklich das ist, woran sie interessiert ist.
Fran Kelly: Und hatten Sie Rechtsberatung, die Ihnen nahelegte, um Asyl in einem anderen Land anzusuchen, inklusive Ecuador?
Julian Assange: Ich habe mit mehreren Anwälten über die Situation gesprochen. In Bezug auf Sicherheiten und andere Unterstützer, aufgrund der irgendwie legalen Anforderungen dort konnte ich zu ihrem eigenen Schutz nicht mit ihnen sprechen, bevor ich es muss.
Fran Kelly: Ihr Standpunkt ist also, dass Sie nicht glauben, dass die Beweise nahelegen, dass die Schweden wirklich daran interessiert sind, Sie dort zur Befragung zu haben, weil sie nach Großbritannien kommen könnten um Sie zu befragen, und das ist die ganze Zeit Ihr Standpunkt gewesen. Sie sind also mehr darüber besorgt, wie Sie sagen, was in den USA geschehen ist. Was macht Ihnen so große Sorgen in Bezug auf die Amerikaner, denn die Amerikaner sagen wiederholt, dass sie nicht daran interessiert sind, Sie auszuliefern?
Julian Assange: Nun, sie sind sehr, sehr vorsichtig mit ihren Worten, Fran. Sie haben jetzt eine 48,135 Seiten lange FBI-Akte, es gibt offizielle Statements, die vor Gericht bei der Strafverfolgung von Bradley Manning abgegeben wurden, der nächste Termin ist am Montag, die besagen, dass die Gründer und Manager von WikiLeaks unter den Untersuchungsgegenständen des Grand Jury Verfahrens sind, das jetzt seit 2010 im Gang ist. Ihre vorsichtigen Statements spiegeln wider, dass das Justizministerium (DoJ) nicht in der Lage ist, die Existenz der Grand Jury offiziell zu bestätigen oder zu verneinen, ein Grundsatz bei allen Grand Jurys. Aber es gibt überall Zwangsvorladungen, es gibt Zeugen, die an die Öffentlichkeit getreten sind und es offiziell belegt haben, wie sie vor die Grand Jury geschleift wurden, wir haben Zwangsvorladungen erhalten, die Zwangsvorladungen erwähnen meinen Namen, in den vergangenen Monaten wurden zwei Leute auf amerikanischen Flughäfen von amerikanischen Beamten verhaftet und vom FBI befragt, man hat ihnen Fragen über mich und meine Organisation gestellt, man hat sie gebeten, Informanten zu werden – einer von diesen ist damit an die Öffentlichkeit gegangen, er ist ein prominenter Redefreiheitsaktivist aus Frankreich, Jérémie Zimmermann – und der andere, Smári McCarthy, der mit mir in Island gearbeitet hat. Das ist eine heiße, andauernde, aktive Untersuchung. Und auf dem Stand von vor zwei Wochen.
Fran Kelly: Es ist Viertel nach Sechs, Sie hören Breakfast, unser Gast heute Morgen ist Julian Assange. Er befindet sich im Moment in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er vor drei Tagen angekommen ist und um politisches Asyl ansucht. Bezüglich öffentlich dokumentierter Informationen, die australische Regierung sagt, dass sie keine Hinweise darauf erhalten hat, dass die USA Ihre Auslieferung aus Schweden anstreben würden, sollten Sie dorthin gehen. Kann ich Ihnen etwas vorspielen – wir sprachen gestern darüber mit der Generalstaatsanwältin Nicola Roxon – lassen Sie uns mal reinhören.
Nicola Roxon (aufgezeichnet): Wir haben, ich habe deutlich gemacht, dass ich Einsprüche erhoben habe…[Kelly: Und die Antwort war?] Lassen Sie mich Ihren Hörern sagen, wem gegenüber diese erhoben wurden – weil es nicht nur der Botschafter ist – dem Heimatschutzminister, dem stellvertretende Justizminister in den USA; wir haben aus all diesen Unterhaltungen keinen Hinweis, dass sie im Begriff sind, etwas zu unternehmen, und wir haben auch gesagt, dass wir nicht glauben, jetzt, nachdem wir Ratschläge von der Bundespolizei entgegengenommen haben, dass irgendwelche Beweise haben, dass Mr. Assange irgendein Vergehen verübt hat, das das australische Gesetz bricht.
Fran Kelly: Das war also Generalstaatsanwältin Nicola Roxon, die gestern mit uns gesprochen hat, kein Hinweis, dass die Amerikaner im Begriff sind, rechtlich etwas zu unternehmen. Beruhigt Sie das nicht? Und ist es das, was die australische Regierung Ihnen sagt?
Julian Assange: Aber sie leiten rechtliche Schritte ein. Neun Staatsanwälte haben an diesem Fall gearbeitet, die Beweise sind überall, sie haben Zwangsvorladungen gegen unsere Internetdienstanbieter (ISP) erlassen, gegen die Leute, die ich getroffen habe, etc. Es ist öffentlich belegt. Sie leiten rechtliche Schritte ein. Sie haben Schritte gegen Twitter eingeleitet. Wir haben einen Rechtsprozess in der Öffentlichkeit ausgetragen in Bezug auf die Twitter-Zwangsvorladungen, jetzt seit mehr als einem Jahr; die ACLU (amerikanische Bürgerrechtsvereinigung) ist involviert, etc., etc. Sie spielen hier also Buchstabenspiele. Das Spiel, das sie spielen, ist, dass die Grand Jury zu einem Schluss kommen muss. Beim Ende des Grand Jury Verfahrens werden…Die Grand Jury ist eine Einrichtung, eine Justizeinrichtung, wenn Sie so wollen – sie scheint nicht Teil der Exekutive zu sein – und daher können sie sagen, dass sie nicht im Begriff sind, auszuliefern, weil die Grand Jury noch nicht am Ende ist. Beim Ende der Grand Jury wird das Justizministerium die Anklageschriften der Grand Jury nehmen und die Angelegenheit verfolgen. Sie verbrauchen gewiss ungeheure Mengen von Ressourcen; ich meine, gerade heute wurde es entdeckt, dass ein Vertrag vom Justizministerium herausgegeben wurde, damit die WikiLeaks Computersysteme, die das Justizministerium betreibt mit zwischen ein und zwei Millionen Dollar aufrechterhalten werden – ein bis zwei Millionen Dollar, öffentlich belegt bei MANTEC [ein Informationssysteme-Unternehmen] in Auftrag gegeben, gerade heute entdeckt.
Fran Kelly: Also, Sie sind offensichtlich sehr aufgewühlt, verständlicherweise, wenn Sie glauben, dass die USA diesen Auslieferungsvertrag für Sie vorbereiten. Deshalb ist Ihre Zukunft sehr ungewiss, Sie warten darauf, zu hören, ob die ecuadorianische Regierung Ihnen Schutz gewähren wird. Fühlen Sie sich in die Ecke gedrängt? Die britische Polizei sagt nämlich, dass Sie verhaftet werden, sobald Sie einen Fuß aus dieser Botschaft setzen.
Julian Assange: Nun, es gibt, denke ich, eine wichtige Frage, und zwar, warum bin ich nicht in der australischen Botschaft?
Fran Kelly: Warum haben Sie nicht in der australischen Botschaft Schutz gesucht?
Julian Assange: Weil Nicola Roxon nach sehr vernünftigen Anfragen, die ihr von meiner Anwältin Jennifer Robinson in einem halbstündigen Treffen gestellt wurden, und nach darauf folgenden vernünftigen Anfragen von einem der meistgefeierten Menschenrechtsanwälte, der mich hier in Großbritannien vertritt, Gareth Pierce, der sie darum bat, die Schweden um sehr einfache Bedingungen für mich zu bitten – wie dass ich meine Strafe in Australien absitzen kann, sollte ich in den USA inhaftiert werden – alle diese Anfragen verweigert hat, sich geweigert hat, sich bei einer Auslieferung in die USA beraten zu lassen, sich geweigert hat, an irgendeiner dieser Diskussionen beteiligt zu sein, sich geweigert hat zu verlangen, dass die Schweden einfach kommen und diese Angelegenheit klären, indem sie einfach kommen und in Großbritannien mit mir sprechen, etc. Das ist also tatsächlich eine Erklärung des Verlassens gewesen; es gibt nicht einen einzigen Grund zur Sorge, der die australische Regierung, hier vertreten durch den Generalstaatsanwalt, dazu veranlassen würde, von anderen Regierungen zu verlangen, in diesem Fall vernünftig oder gerecht zu sein.
Fran Kelly: Nochmals, das überlasse ich der Generalstaatsanwältin gestern. Wollen Sie ihre – lassen Sie uns ihre Antwort hören.
Nicola Roxon(aufgezeichnet): Ich weise es entschieden zurück, dass er von der Regierung verlassen wurde. Wir haben ihm Unterstützung durch konsularische Dienste angeboten, wir haben Einspruch erhoben gegenüber der britischen Regierung, der schwedischen Regierung, der US Regierung.
Fran Kelly: Das hat die Generalstaatsanwältin gestern gesagt bezüglich…und die Regierung hat auch gesagt, dass Sie so viel konsularische Unterstützung erhalten haben, wie jeder andere es in Angelegenheiten wie diesen hat, oder noch mehr.
Julian Assange: Es gibt überhaupt keine Angelegenheit wie diese, jeder weiß das. Aber wissen Sie, vielleicht ist das bis zu diesem aktuellen Fall in Libyen, vielleicht ist das sogar wahr. Die australische Regierung unterstützt ihre Bürger schlichtweg nicht. Es gibt einen Journalisten, Austin Mackell, der in Ägypten gefangen ist und er hat zudem exakt die gleichen Klagen, die ich habe. Das sind leere Worte. Wenn Sie diese Worte hören „konsularische Unterstützung“ – ich habe seit Dezember 2010 niemanden vom Australischen Hochkommissariat („Australian High Commission“) getroffen. Worüber reden sie?
Fran Kelly: Also haben Sie seit 2010 keinen konsularischen Kontakt mit dem Australischen Hochkommissariat gehabt?
Julian Assange: Nun, sie schicken mir SMS Nachrichten, „Hat Mr. Assange irgendwelche Bedenken?“ Aber wir wissen, wozu das gut ist: das dient dazu, dass sie einfach ein Kästchen ankreuzen können. Und ja, wir haben unsere Bedenken formell an die Generalstaatsanwältin übermittelt, und die Antwort war eine Zurückweisung in jedem einzelnen Bereich.
Fran Kelly: Und haben Sie sich formell an die australische Regierung gewendet, sie gebeten, die USA um Zusicherungen über etwaige Pläne, Sie auszuliefern zu ersuchen und was sind diese Antworten?
Julian Assange: Ja, wir haben formell Anfragen an Nicola Roxon und DFAT eingereicht, die Vereinigten Staaten zu fragen…ich kann mich nicht an die genaue Anfrage erinnern, aber zum Beispiel über Vereinbarungen bezüglich des Gefangenentransports und so weiter. Und sie hat das in jedem einzelnen Bereich zurückgewiesen. In Bezug auf die irgendwie clevere Rhetorik, die momentan verwendet wird, wenn sie sagen, dass es keine…wir haben keine Beweise aus den USA erhalten, dass sie eine Auslieferung planen – natürlich nicht. Momentan ist die Angelegenheit vor der Grand Jury und bis es aus der Grand Jury herauskommt werden keine solchen Beweise geboten werden. Und betrachten Sie andere Fragen von Gillard, zum Beispiel wo die nachfolgende Frage…Entschuldigung, Entschuldigung, an den Außenminister – „Gibt es irgendeinen Hinweis, irgendwelche Beweise aus den USA dass sie versuchen werden, Mr. Assange auszuliefern“ und der Außenminister sagt, „Oh nein, nein, natürlich nicht“. Nachfolgende Frage, „Haben Sie nach Beweisen gefragt?“ – nein!
Fran Kelly: Also, Julian Assange, lassen Sie uns dazu übergehen, was als nächstes auf Sie zukommt. Wenn Ecuador Ihnen kein Asyl gewährt, was ist Plan B?
Julian Assange: Nun, wir befinden uns in der Position, darauf aufmerksam zu machen, was passiert. Wissen Sie, das Justizministerium in den Vereinigten Staaten hat ein kleines Spiel gespielt, und dieses kleine Spiel ist, dass sie sich weigern, die Existenz einer Grand Jury zu bestätigen oder zu verneinen. Und das Ergebnis ist, dass die Presse sagt „Oh, nun ja, sie bestätigen es nicht, und darum können wir nicht wirklich darüber schreiben“. Das ist nicht wahr; es gibt überall öffentlich bestätigte Beweise, es gibt überall eine Vielzahl von Zeugen, es gibt vor Militärgerichten Zeugenaussagen über die Existenz dessen, was in diesen 48,000 Seiten passiert, und dass die Gründer und Manager von WikiLeaks unter den Gegenständen [des Verfahrens] sind. Wir hoffen also, dass das, was ich jetzt tue, die Aufmerksamkeit auf die zugrunde liegenden Themen lenken wird. In einem Fall, in dem die Wahrheit auf deiner Seite ist, ist das, was am meisten gegen dich steht, ein Mangel an genauer Prüfung. Also, wissen Sie, ich begrüße den Mangel an genauer Prüfung – begrüße die genaue Prüfung. Die Menschen sollten auf http://justice4assange.com/ gehen und sie können über einige dieser Themen lesen. Gute Journalisten in Australien, so wie Phillip Dorling, der heldenhaft gewesen ist in der Untersuchung des Informationsfreiheit-Verkehrs zwischen Australien und den USA, zeigen auch, dass dies ernsthafte Themen sind, und sie werden durch schleimige Rhetorik versteckt, die von dem US Botschafter in Australien kommt, von Gillard, und vom Außenminister. Und das muss wirklich aufhören.
Fran Kelly: Ist es wirklich genaue Prüfung, worauf Sie hier aus sind, mehr noch als ein Leben und eine Zukunft in Ecuador? Was, wenn Ihnen politisches Asyl gewährt wird? Sind Sie für ein Leben in Ecuador bereit? Und, um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen, denken Sie, dass Sie es jemals dorthin schaffen würden, wenn man bedenkt, dass die British Metropolitan Police droht, Sie festzunehmen, sobald Sie einen Fuß aus der Botschaft setzen?
Julian Assange: Nun, ein Leben in Ecuador, ich meine, das sind freundliche, großzügige Menschen, es ist viel besser als ein Leben hinter Gittern in den Vereinigten Staaten unter SAMS-Auflagen, die Guantanamo Bay-mäßige Auflagen sind, die sie routinemäßig auf Menschen anwenden, die der Spionage angeklagt sind. Du kannst nicht sprechen, kannst nicht kommunizieren, weil ich vielleicht irgendein Passwort oder irgendetwas kommunizieren könnte. Und das ist eine Routineangelegenheit, die in dieser Art von Fall angewendet wird.
Fran Kelly: Und in Bezug auf ein Leben in Ecuador, unter mehr als freundlichen Menschen – zweifelsohne sind sie das – aber das ecuadorianische Justizsystem und Verzeichnis der Redefreiheit sind von Human Rights Watch kritisiert worden, von Reporters without Boarders, Amnesty International…Wissen Sie, es scheint wirklich ironisch, dass Sie, der Gründer von WikiLeaks, Schutz in einem Land suchen, das kritisiert wird, weil es die Redefreiheit beschränkt.
Julian Assange: Nun, seine Probleme mit der Redefreiheit sind mit Sicherheit nicht schlimmer als die in Großbritannien. Ich meine, dies ist das Land mit hunderten von Nachrichtensperren, also lassen Sie uns die Dinge nüchtern betrachten. Ich meine, es wäre mir eine Freude, mich in Ecuador für die Rechte von Journalisten einzusetzen.
Fran Kelly: Denken Sie, Sie würden die Freiheit haben, das zu tun? Ich meine, Human Rights Watch sagt, dass Journalisten dafür eingesperrt werden, dass sie das tun.
Julian Assange: Nun, sehen Sie. Human Rights Watch hat seinen Sitz in New York. Ecuador hat ein Problem mit Chevron, was eine amerikanische Firma ist, und so weiter. Es hat eine Menge Raufereien zwischen den USA und Ecuador gegeben, was einer der Gründe ist, warum Ecuador, wie ich annehme, mir allzu gerne Asyl gewähren würde, weil sie die Schwierigkeiten verstehen, wenn man die Angriffsposition gegenüber den Vereinigten Staaten einnimmt.
Fran Kelly: Julian Assange, danke vielmals, dass Sie uns bei „Breakfast“ Gesellschaft geleistet haben.
Julian Assange: Danke, Fran. Tschüs.
Fran Kelly: Julian Assange ist der Gründer von WikiLeaks. Er hat derzeit Zuflucht genommen, Zuflucht gesucht in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er um politisches Asyl angesucht hat, und er wartet immer noch, wie wir gehört haben, auf diese Entscheidung von Ecuador. Und während er das tut sieht die Welt zu.

http://wlcentral.org/node/2676

 

Link zum Original im Official WikiLeaks Forum

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