Antileaks: DDoS-Angriffe als Protest gegen WikiLeaks

Annika Kremer am Mittwoch, 08.08.2012 10:59 Uhr

http://www.gulli.com/news/19466-antileaks-ddos-angriffe-als-protest-gegen-wikileaks-2012-08-08

Die Gruppe Antileaks setzt sich auf hacktivistischem Wege gegen WikiLeaks und dessen Unterstützer ein. In den letzten Tagen führte die Gruppe DDoS-Angriffe gegen WikiLeaks und gegen die ecuadorianische Regierung durch. Gegenüber gulli:News äußern sich die Aktivisten über ihre Motive. Diese sind offenbar politischer und patriotischer Natur.

Antileaks hatte am gestrigen Dienstag gegenüber gulli:News die Verantwortung für anhaltende DDoS-Angriffe übernommen, die einen Großteil der WikiLeaks-Infrastruktur – die eigentliche Website ebenso wie den Merchandise-Shop – seit dem vergangenen Freitag lahm legen (gulli:News berichtete). Auf ihrem Twitter-Account äußert sich die Gruppe äußerst negativ über WikiLeaks und spricht sich dagegen aus, WikiLeaks-Mitbegründer Julian Assange Asyl in Ecuador zu gewähren.

In einer Stellungnahme erklärte der Sprecher der Gruppe, ein unter dem Pseudonym “DietPepsi” auftretender Hacktivist, Antileaks führe die Angriffe nicht durch, um sich damit in den Mittelpunkt zu stellen. Vielmehr seien die Mitglieder der Gruppe junge US-Bürger, die “zutiefst besorgt” seien über “aktuelle Entwicklungen rund um Julian Assange und seinen Versuch, in Ecuador Asyl zu bekommen“. Julian Assange, so werfen die Antileaks-Mitglieder ihm vor, habe bei den WikiLeaks-Veröffentlichungen “ein komplettes Fehlen von Rücksichtnahme auf die Sicherheit unserer Männer und Frauen in den Streitkräften und der Afghanen, deren Leben er in Gefahr gebracht hat” gezeigt. Dies bezieht sich offenbar auf Vorwürfe, WikiLeaks habe einige Informationen in den sogenannten “War Logs” nicht umfassend genug redigiert und damit US-Soldaten sowie einheimische US-Informanten in Gefahr gebracht.

Bei den aktuellen DDoS-Angriffen, so “DietPepsi”, handle es sich um “Protest gegen seine [Assanges] Versuche, nach Ecuador vor der Gerichtsbarkeit zu fliehen“. Das nämlich könnte Nachahmer auf den Plan rufen und Gleichgesinnte dazu ermutigen, sich “in seinem Namen zu erheben“.

Gruppen wie Antileaks zeigen, dass es Hacktivisten mittlerweile im gesamten politischen Spektrum gibt. Während die meisten Hacktivisten WikiLeaks gut heißen und verteidigen – so erklärte insbesondere das Internet-Kollektiv Anonymous immer wieder seine Solidarität mit dem Transparenz-Projekt – gibt es, das zeigen die Aktivitäten von Antileaks, auch konservative und patriotische Hacktivisten, die die Taten von WikiLeaks ablehnen. Der politische Dialog im Internet wird mittlerweile auch per DDoS und Defacement geführt – was immer man davon halten mag.

 

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