Altkanzler Schmidt nimmt Julian Assange in Schutz

Für Altbundeskanzler Helmut Schmidt wirkt die Verfolgung von Julian Assange durch US-Firmen und Politiker “wie Rache”.

Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) hat die Verfolgung des Wikileaks-Gründers Julian Assange durch amerikanische Firmen und Politiker als „unklug“ verurteilt. „Das wirkt wie Rache, und das ist es auch“, sagte Schmidt dem „Zeitmagazin“. Die Veröffentlichungen selbst beurteilt Schmidt unterschiedlich. Bei Themen wie den Gefangenenlagern von Abu Ghraib oder Guantánamo gebe es eine „moralische Pflicht“, die geheimen Dokumente zu veröffentlichen. Andererseits müsse es möglich sein, dass ein persönliches Gespräch zweier Personen vertraulich bleibe.

„Verständnis, aber keine Sympathie“ hat Schmidt dafür, dass einige Zeitungen die Wikileaks-Protokolle veröffentlicht haben. Für die US-amerikanische Regierung seien die Veröffentlichungen „eine schlimme Sache“. Die diplomatischen Beziehungen würden dadurch eine Zeit lang beeinträchtigt sein. „Aber die Amerikaner werden das überwinden.“

US-Vize-Präsident Joe Biden bekräftigte am Wochenende in Washington, das US-Justizministerium suche nach Wegen, um Assange strafrechtlich zu belangen. Der Wikileaks-Gründer sei ein „High-Tech-Terrorist“, sagte Biden.

Wenn er sich etwa mit einem Angehörigen des US-Militärs verschworen habe, um an die Geheimdokumente zu gelangen, dann sei dies etwas völlig anderes, als wenn solche Dokumente einem Journalisten zugespielt würden. Der seit Mai inhaftierte US-Soldat Bradley Manning steht unter dem Verdacht, Wikileaks die geheimen Dokumente zugespielt zu haben.

Source: http://www.welt.de/politik/ausland/article11761856/Altkanzler-Schmidt-nimmt-Julian-Assange-in-Schutz.html

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